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  Am 31.07.2010 14:00 Uhr
  Auswärtsspiel gegen
  FC Bayern München II
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14.  SpVgg Unterhaching

0

17.  FC Rot-Weiß Erfurt

0

18.  1. FC Saarbrücken

0

19.  SV Wacker Burghausen

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20.  VfR Aalen

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07-08-07 07:02



Gestern abend, 23.09 Uhr: Thomas Mayer läuft an. Es ist der 14. Elfmeter im Superkrimi gegen den großen FC Bayern München. Oliver Kahn taucht ab und fischt die Lederkugel heraus. Der Vizeweltmeister ballt die Faust, seine Mannschaft stürmt auf ihn zu. Der Rekordmeister erreicht die nächste Runde: 5:4 nach Elfmeterschießen gegen die kleinen Burghauser. Doch klein ist an diesem Abend relativ. Wacker verzaubert 11500 Fans, die Elf von Trainer Ingo Anderbrügge kämpft, gibt alles und hätte es fast geschafft. Einer hat etwas geschafft, etwas ganz Besonderes: Torhüter Manuel Riemann.





Foto Butzhammer: Riemann beim Jubel

Dazu brauchte der Held zwischen den Burghauser Posten, der unzählige Male seine tausend Finger zu richtigen Zeit am richtigen Ort gehabt hatte, zwei Anläufe. "Vor dem Spiel bin ich zu Oliver Kahn hingegangen, um ihn nach seinem Trikot zu fragen. Da hat er mich leicht weggeschubst." Selbst mit dem Händeschütteln hatte es der Bayern-Titan nicht. Anscheinend wusste er, was auf ihn zukommen sollte:  Wieder einmal eines dieser blöden Spiele, wo er wenig zu tun bekommen sollte und doch hinter greifen musste.

Irgendwie erschien Manuel Riemann die Sache auch nach dem unendlich dramatischen Ende mit 14 Elfmetern noch nicht so ganz geheuer. "Ich wollte eigentlich nicht mehr zu ihm hingehen", erzählte der Schlussmann, der sensationelle Paraden gezeigt hattte. Doch auf einmal wandelte sich das Geschehen. Nach dem Sieg für die Bayern kam King Kahn auf Manuel zu. Er drückte Manuel an sich und meinte: "Mach weiter so." Jetzt erst fragte der Wacker-Schlussmann nach dem Trikot des Vizeweltmeisters. Olli antwortete: "Willst du es haben? Es hängt gleich in der Kabine auf deinem Platz." Und tatsächlich: "Es hing wirklich dort, als ich hineingekommen bin." Dieses Erlebnis wird für Manuel Riemann einzigartig bleiben.

Der neue SVW: Leidenschaft und Supermoral

"Ich möchte heute keinen herausheben. Alle haben wirklich das Letzte gegeben. Die Mannschaft hat wirklich toll gespielt", freute sich Ingo Anderbrügge nach dem Spiel. In der Pressekonferenz herrschte allerdings tote Hose. Dafür haben die Burghauser Spieler gesorgt. Sie haben glorreichen Bayern bis um 23.09 Uhr mit ihrer Leidenschaft genervt. Erst dann verschoss Thomas Mayer den 14. und letzten Elfer. Und so kam es, dass die Reporter bis weit nach Mitternacht schreiben mussten. Ottmar Hitzfeld lobte die Burghauser: "Wacker hat gut gespielt, war sehr laufstark und hat die Räume eng gemacht." In der Tat: Die Bayern wirbelten zwar in der ersten Halbzeit. Immer, wenn sie mit nur einem Ballkontakt die Kugel weiterspielten, war es schwer für Wacker. Dennoch hatten die Münchner wenig brandgefährliche Situationen im Strafraum. Dazu kam, dass Manuel Riemann sensationell hielt. Im zweiten Abschnitt wirbelten die Bayern nicht mehr ganz so intensiv. In der verrückten Verlängerung hatte unsere Mannschaft manchmal die besseren Aktionen.

Kaum Strafraumchancen für Bayern

"Die Mannschaft hat heute ganz toll gespielt. Sie hat das Tor geschossen, nicht ich", freute sich Manuel Riemann. Der Schlussmann stand im Fokus von Presse, Funk und Fernsehen. Seine Vorderleute haben im Strafraum ganz wenig Fehler gemacht. Die Bayern schossen vor allem aus der zweiten Reihe. Faszinierend locker ließen Franck Ribery, Hamit Altintop und Co. den Ball laufen. Schweinsteiger schoss aus allen Rohren, aber halt nur aus der zweiten Reihe. Nur ganz selten kombinierte sich Bayern bis in den Strafraum durch. Die Begeisterung kannte auch nach dem Ausscheiden keine Grenzen. Aber, was wäre gewesen, wenn Ribery nach 18 Sekuden getroffen hätte. Oder Levente Schultz nach zwei Minuten. Doch heute ist der Wahnsinn vorbei. Die Helden von Burghausen waren in 60 Ländern zu sehen. Wacker wuchs kämpferisch über sich hinaus, doch jetzt ist wieder der Alltag eingekehrt: "Die Jungs haben das neue System schon gut verinnerlicht, doch wird sie nicht immer so über den Zenit gehen können", meinte Ingo Anderbrügge nach dem Spiel.



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